Warum wir das Fitnessstudio gekündigt haben
Ich schreibe diesen Beitrag nicht als Werbung. Ich schreibe ihn als ehrliche Bestandsaufnahme nach zwei Monaten fast täglichem Training.
Mit 70 spürt man sehr genau, was dem Körper guttut – und was nicht. Man kann sich nichts mehr vormachen. Muskeln bauen ab, wenn man nichts tut. Energie wird weniger, wenn man sie nicht pflegt. Und ja, Disziplin wird wichtiger als Motivation.
Wir hatten ein Fitnessstudio-Abo in Magdeburg. Doch irgendwann war der Weg dorthin aufwendiger als das Training selbst. Drei Stunden Zeitaufwand für eine Einheit. Frühes Aufstehen. Halbe Wochenenden unterwegs. Irgendwann stand die Frage im Raum: Wollen wir unsere Kraft für den Weg einsetzen – oder für den Körper?
Wir kündigten und überlegten kurz ein Studio in Burg. Doch auch das hätte wieder Fahrerei bedeutet. Dann kam die Idee, das Training nach Hause zu holen.
Und wie durch Zufall fanden wir Bilder von der Speediance, sehr schick, wenig Platzbedarf, fast schon ein Raumschmuck. Wir schauten uns weitere Informationen im Internet an, sahen Videos, lasen Erfahrungsberichte. Der Gedanke war schlicht: Wenn das Gerät da ist, sinkt die Hemmschwelle. Keine Ausrede mehr.
Trotzdem hatte ich Zweifel. Wir sind Menschen, die sich schnell begeistern. Und genauso schnell merken: Vielleicht war es doch nur eine Phase. Meine größte Sorge war nicht die körperliche Überforderung, sondern das Dranbleiben. Steht das Gerät in ein paar Monaten nur herum?
Die ersten Einheiten – ehrlich und an der Grenze
Nach der ersten Einheit dachte ich: Werde ich das wirklich schaffen? Ich fühlte mich an der Grenze, obwohl ich mich grundsätzlich als fit bezeichnen würde. Die kleinste Gewichtseinstellung sind 3,5 Kilo pro Seite, und diese 3,5 Kilo fühlten sich bei mehreren Wiederholungen überraschend schwer an. Muskelkater hatte ich kaum, aber ich spürte deutlich, dass mein Körper gefordert war.
Was mich von Anfang an motivierte, war das sichtbare Feedback. Die Kurse, die Auszeichnungen, die Zahlen. Wie lange trainiert. Welche Gewichte bewegt. Was bewältigt. Diese Transparenz wirkt stärker, als man denkt. Man sieht schwarz auf weiß, dass man etwas tut – und dass man sich steigert.
Veränderung nach zwei Monaten – sichtbar und messbar
Heute kann ich deutlich mehr Gewicht bewegen. Mein Körper ist definierter, meine Haltung aufrechter. Ich arbeite in der vierten Etage, und die Treppen, die früher einfach nur machbar waren, sind heute kein Thema mehr. Ich gehe sie leicht, ohne Schnaufen, ohne inneres Murren.
Mein Rücken, der immer die Tendenz hatte, sich ein wenig „zusammenzuziehen“, rund zu werden, fühlt sich stabiler und kräftiger an. Und etwas, das mich besonders freut: Meine Ruheherzfrequenz ist um etwa zehn Schläge gesunken. Von rund 60 auf ungefähr 50. Das ist kein Gefühl, das ist messbar.
Gleichzeitig beobachte ich auch meine Herzratenvariabilität (HRV), ein wichtiger Marker für Stressregulation und Anpassungsfähigkeit des Nervensystems. Wer sich für den Zusammenhang zwischen Cortisol, morgendlicher Unruhe und HRV interessiert, findet dazu eigenene Beiträge auf meiner Seite.
Es gibt Momente, die mich stolz machen. Wenn ich einen Kurs im mittleren Niveau absolviere und merke, dass ich sogar noch mehr Gewicht bewegen könnte. Wenn ich mein Rudergerät einfach unter den Arm klemme und von A nach B trage, ohne Mühe. Diese kleinen Alltagsszenen sagen mehr als jede Statistik.
Training mit 70 Plus – was heute anders ist
Natürlich ist man nicht mehr 40. Das muss man nicht beschönigen. Ich steigere Gewichte nicht um jeden Preis. Bei Kniebeugen mit Zusatzgewicht bin ich bewusst vorsichtig, weil meine Knie Aufmerksamkeit brauchen. Die waren schon mit 30 kaputt und der Orthopäde meinte, „Seien Sie froh, dass Sie keine Schmerzen haben.“ Ich fühle in meinen Körper hinein, statt mich zu vergleichen. Was möchte er heute? Was ist genug?
Was ich besonders schätze, sind die geführten Kurse. Im Fitnessstudio bekam man einmal einen Trainingsplan, danach war man weitgehend allein. Hier begleitet mich bei jeder Übung ein Coach, der erklärt, worauf zu achten ist. Das gibt Sicherheit und verhindert, dass man sich falsche Bewegungsmuster angewöhnt.
Natürlich gibt es Tage ohne Lust. Aber ich bin diszipliniert. Ich weiß, dass ich mich nach dem Training besser fühle als davor, und dieses Wissen trägt mich durch. Sport ist Teil meiner Morgenroutine, neben Selbsthypnose und Lesen. Manchmal ist es nur eine kurze Gymnastikeinheit, manchmal gehe ich an die Speediance, manchmal fahre ich Fahrrad. Es geht nicht um Rekorde. Es geht um Stimmigkeit.
Was mich stört – und warum ich trotzdem zur Speediance Ja sage
Den KI-Trainingsplan habe ich ausprobiert. Für mich war er zu vorsichtig, fast schon unterfordernd. Ich wurde gefühlt in eine Alters-Schublade gesteckt, der man kaum etwas zutraut. Viel Aufwärmen, viel Dehnen, wenig echte Herausforderung. Das passte nicht zu meinem Anspruch. Auch dass viele Kurse auf Englisch sind, könnte Menschen stören, die kein Englisch verstehen.
Aber das sind Details. Würde ich die Speediance wieder kaufen? Ja. Ohne Zögern.
Was Krafttraining mit 70 Plus mir wirklich gibt
Es ist nicht nur Muskelkraft. Es ist Freiheit. Ich trainiere, wann ich will, so lange ich will, ohne Fahrerei, ohne organisatorischen Aufwand. Und ich bleibe dran.
Wenn eine Frau mit 68 oder 72 das liest und denkt, sie traue sich das nicht zu, würde ich sagen: Entscheidend ist der Wunsch. Der Wunsch, fit zu bleiben. Die Erkenntnis, dass Muskeln im Alter nachlassen und man etwas tun muss, wenn man mit 90 oder 100 noch aufrecht gehen möchte. Das kann man sich nicht schönreden. Wer stark bleiben will, muss trainieren.
Für mich ist Krafttraining mit 70 Plus kein Projekt. Es ist eine Lebenshaltung. Nicht, um jünger zu wirken. Sondern um selbstbestimmt älter zu werden. Und das fühlt sich richtig gut an.
Möchten Sie die Speediance kennenlernen?
Wenn Sie neugierig geworden sind und selbst erleben möchten, wie sich modernes Krafttraining anfühlt, lade ich Sie herzlich ein.
Die Speediance steht in meiner Praxis in Gerwisch und kann im Rahmen eines Kennenlerngesprächs ausprobiert werden – ganz unverbindlich. Ebenso mein Tacx Neo 2T Fahrradtrainer von Garmin. Und die wirklich überragende Trainingsapp Mywhoosh.
Vielleicht möchten Sie einfach testen, wie viel Kraft in Ihnen steckt. Vielleicht interessiert Sie, wie sich gezieltes Training auf Körperhaltung, Energie und Selbstvertrauen auswirken kann. Und vielleicht entsteht dabei ein Gespräch, das über Bewegung hinausgeht.
Ein Kennenlerngespräch dauert 30 Minuten und bietet Raum für Ihre Fragen – zur Speediance, zu körperlicher Stabilität oder auch zu meiner therapeutischen Arbeit.
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Ich freue mich auf Sie.
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